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Mit dem Relaunch rechne ich bis spätestens Dezember 2008
Teflon, Okt. 2008

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Autor Thema: Sinn und Unsinn der Späherprobe  (Gelesen 1865 mal)
0 Mitgliedern und 1 Gast betrachten dieses Thema.
Karsten
Moderator
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Offline Offline

Beiträge: 382



WWW
« am: Donnerstag, 05. Februar 2004, 14.43 Uhr »

So, erstmal dank an Teflon für dieses neue Forum!

Grundlage und Anregung für dieses Forum ist eine Diskussion im Forum der Waldjugend Wuppertal. Damit noch mehr Meinungen zur Späherprobe eingeholt werden, ist hier wohl eher die Erreichbarkeit von mehr Waldläufern möglich.

Hier könnt ihr euch ersteinmal die Diskussion aus dem anderen Forum durchlesen.
www.waldjugend-luebeck.de/downloads/Diskussion_um_Spaeherprobe.pdf

Horrido und viel Spaß beim Diskutieren
Karsten

Alles "is(s)t" gut!!!
Unbekannt
Gast
« Antwort #1 am: Montag, 09. Februar 2004, 12.21 Uhr »

Hallo Waldläufer,
ich denke , dass ich hier auch als Pfadfinder meinen Senf dazugeben darf?!
Also in unserem Bund ist das "Rängesystem" stark verbreitet. Neben der üblichen Wölfling/Ranger/Rover - Stufe, gibt es auch noch diverse Gruppenleiterpositi onen. Alle Ränge sind durch verschiedene Änderungen an unseren Halstüchern für jeden weit erkennbar.
Generell finde ich nichts negatives an dieser Kennzeichnung! Für mich bedeutet diese äußerliche Kennzeichnung für die betreffende Person eher eine enorme Verantwortung, die mit der Position automatisch verbunden ist.
Obwohl ich noch kein Gruppenleiter bin, so hat mich in unserem Bund bislang noch niemand in seiner Funktion enttäuscht, bzw. seine Position ausgenutzt.
"Postenreiter" gibt es bei uns eigentlich nicht, da höhere Positionen ("Ränge" ist bei euch wohl eher negativ besetzt) automatisch viel mehr Arbeit, Verantwortung und Einsatz für den Bund bedeutet. Flaschen werden da eher abgeschreckt und haben auch keinen Bestand.
Ich verstehe eure Späherprobe eher als Anreiz für Kinder und Jugendliche sich mit verschiedenen    
Themen zu befassen, als sich mit irgendwelchen Auszeichnungen hervorzutun?!
Was hat man denn bei Euch von dem Status, Vorteile, Ansehen oder ist es auch eher mit "Arbeit" verbunden?

Gut Pfad!
Jens
 
Unbekannt
Gast
« Antwort #2 am: Montag, 09. Februar 2004, 18.20 Uhr »

nun, meine meinung ist in dem zitierten forum ja ausführlich nachzulesen, aber ich fass sie noch mal kurz zusammen:
1. die späherprobe ist in ihrer derzeitigen aus dem gesichtspunkt von kenntnissen, um naturschutz betreiben zu können, weitgehend zweckfrei, da sie zusammenhangloses faktenwissen statt in zusammenhängen funktionierendes handlungswissen vemittelt.
2. auch zur vermittlung von kenntnissen über fahrt und lager ist sie unnötig, da hier learning by doing viel besser ist als lehrgangsorientiert es arbeiten.
3. aus pädagogischen gesichtspunkten ist sie aber sogar eher kontraproduktiv, da:
- eine konkurrenz entsteht, die nicht inhalts-, sondern zeichenorientiert ist, wodurch die gefahr besteht - psychologisch -, dass der inhalt bedeutungslos wird;
- weiters ein psychologischer effekt entstehen kann, der den inhalt sogar entwertet - nach dem (unbewussten) motto: wofür ich belohnt werden muss (und sei es nur über zeichen/symbole wie späherpunkte), kann nicht an sich wertvoll sein.
beide effekte sind in bezug auf noten in der schule auch wissenschaftlich belegbar; deshalb schneiden schulsysteme, in denen wenig selektiert wird und auch wenig noten gegeben werden, im internationalen vergleich auch gar nicht schlecht bzw. oft besser ab (s. pisa). vielleicht kennen manche ja die erfahrung, dass etwas in der schule nicht schön war, wofür man sich später ohne druck begeistern konnte. und noten und späherpunkte sind ja nun vom grundprinzip her dasselbe: symbolische belohnungen/bewertungen ohne realen bezug zum schüler und zum gegenstand.
was mich zugespitzt zu der frage führt: will die waldjugend - in bezug auf das, was in ihr gelernt werden soll - so sein wie schule?
Unbekannt
Gast
« Antwort #3 am: Montag, 09. Februar 2004, 18.21 Uhr »

hach, jetzt hab ich schon wieder vergessen, zu sagen, wer ich bin.
ich bins
-christoph.
und kurz wars auch doch nicht.
Gerd
Frischling
*
Offline Offline

Beiträge: 34



« Antwort #4 am: Montag, 09. Februar 2004, 23.10 Uhr »

Hai, ein klasse Thema!

@-Christoph
Es mag ja sein, dass du durch Fort- und Ausbildung den theoretischen Hintergrund hast, jedoch ist wie du schreibst:
 
Zitat
- nach dem (unbewussten) motto: wofür ich belohnt werden muss (und sei es nur über zeichen/symbole wie späherpunkte), kann nicht an sich wertvoll sein.

sicherlich kein gravierender Anreiz, Späherpunkte zu sammeln, noch sich als Kundschafter oder Späher auszugeben. In der Waldjugend ist doch weder vorgegeben wann noch ob man Späherpunkte ablegt. Auch die Reihenfolge und damit (bis zu Erlangung aller mögl. Punkte) auch die Auswahl der Punkte liegt doch bei jedem selbst!
Das Sammeln ist also doch eher mit z.B. dem sammeln von Briefmarken zu vergleichen. Natürlich ist es schön, wenn man eine Serie komplett hat, aber deswegen sammle ich doch nicht mit weniger Freude oder gar mit Verbissenheit!
Hat dich jemand gezwungen? Wo entsteht bei der Späherprobe Druck?
Waldjugend ist Freizeit und läßt sich doch nun wirklich nicht mit der Schule vergleichen!
Zitat
noten und späherpunkte sind ja nun vom grundprinzip her dasselbe: symbolische belohnungen/bewertungen ohne realen bezug zum schüler und zum gegenstand.
Schulnoten sind eine Bewertung (auch wenn die "Gewinner" von Pisa keine Noten gegeben haben, so gab es doch eine verbale Form der Bewertung!) und abgelegte Späherpunkte doch wohl eher mit einer Einkaufsliste zu vergleichen, die nach und nach abgeharkt wird, bis man (welch Erfolg!) den Einkauf bewältigt hat.
Die Späherprobe leitet an, soll Spaß machen und über den "Erfolg" (abgelegter Punkt) Neugierde auf andere Bereiche machen.
Zitat
will die waldjugend - in bezug auf das, was in ihr gelernt werden soll - so sein wie schule?
 Wenn du unbedingt einen Vergleich ziehen willst, so ist eher die sehr freie Waldorfschule ein hinkender Vergleich, also Lehrnen duch Tun (eigene Erfahrung) und Motivation (Anreize).

Über die Abnahmekriterien und einige Späherpunkte läßt sich sicher diskutieren. Die Entstehung des Punktes: Fahrradprüfung / Freischwimmerzeugni s (der immer angeführt wird) ist ja sicher dem ein oder  
 anderen durch Erzählungen bekannt.
 


[Editiert am 9.2.2004 von Gerd]

Frage: Was habt Ihr gegen XP? Antwort: Nix was *dauerhaft* wirkt!
Unbekannt
Gast
« Antwort #5 am: Sonntag, 15. Februar 2004, 18.34 Uhr »

Also die Späherprobe ist doch keine Verpflichtung oder sehe ich da was falsch? Man kann sich doch aus dem breiten Spektrum sein Ding heraussuchen und tun! Es gibt ja bei euch auch sonst  unterschiedliche Gewichtungen (bündisch/biologisch) in der Waldjugend, zumindest habe ich schon große Unterschiede festgestellt. Das macht das Konzept doch modern und vielfältig (was man von vielen Pfadfinderverbänden nicht sagen kann, ich spreche da aus eigener Erfahrung). Bei uns gibt es "LEistungsabzeichen", die dann auf die Tracht genäht werden. Das sieht schon ganz schön komisch aus und ich empfinde das als "Druck", da mein Hemd noch völlig "leer" ist.
Leider gibt es in meinem Ort keine Waldjugend und auch mit dem Forst sieht es eher schlecht aus, sonst hätte ich da vielleicht mal mit meinen Eltern etwas eigenes gestartet.
Ich finde euer Konzept schon recht genial und zeitgemäß, ohne sich der heutigen Jugend anbiedern zu müssen. Vielleicht solltet ihr noch mehr Öffentlichkeitsarbeit machen, damit auch mehr Menschen von euch erfahren!
Gut Pfad
M.  
PS: Sorry, aber ich möchte natürlich "unerkannt" bleiben!
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